Mit der Besteigung des Volcán Villarrica erlebst du einen unvergesslichen Aufstieg auf einen der aktivsten Vulkane Südamerikas.
Der Volcán Villarrica ist einer der aktivsten Vulkane Südamerikas. Dieser hat in der Vergangenheit regelmäßig Ausbrüche erlebt. In den letzten 500 Jahren wurden über 50 Ausbrüche registriert. Mit seiner majestätischen Erscheinung und der beeindruckenden Höhe von 2.847 Metern zieht der Vulkan zahlreiche Besucher und Abenteurer an. Er liegt in der Nähe der Stadt Pucón, umgeben von wunderschönen Landschaften und dem Lago Villarrica.

Mehrere Firmen aus den umliegenden Städten und Dörfern bieten eine Vulkanbesteigung an. Ich hatte mich für eine Firma aus Pucón entschieden. Bereits einen Tag vorher musste ich kurz zur Anprobe vor Ort sein. Hier wurden dann Stiefel, Hose, Jacke, Helm und Spikes anprobiert und für den nächsten Morgen bereitgelegt.
Am nächsten Morgen ging es los. Um 04 Uhr sollte man vor Ort in Pucón sein. Jetzt wurde sich schnell umgezogen und man hat einen Rucksack mit sämtlichem Equipment bekommen (hier war dann auch noch Platz für private Gegenstände). Wir waren eine Gruppe mit fünf Personen plus zwei Guides.
Dann ging es los. Mit einem Minibus ging es bis auf 1400 m Höhe. Hier war dann ein großer Parkplatz, der als Ausgangspunkt für unsere Vulkanbesteigung diente. Die Vorfreude war spürbar und die Aufregung wuchs mit jedem Meter, den wir uns dem Vulkan näherten. Der Villarrica ragt wie ein schlafender Riese in den Nachthimmel, seine schneebedeckte Kuppe glitzert im ersten Licht der Morgendämmerung.


Die nächsten 600 m konnten wir zum Glück bequem per Lift überwinden. Wer möchte, kann diese Strecke jedoch auch zu Fuß zurücklegen. Ich habe mich für die Fahrt mit dem Lift entschieden.



Der Lift endete bei 2000 m Höhe. Die anschließende Wanderung kann je nach Wetterbedingungen und Vulkanaktivität variieren.
Innerhalb kürzester Zeit muss man 800 Höhenmeter überwinden – die Wege führen über Geröll, Eis, Schnee und Gletscher und stets steil bergauf. Zwei Tage zuvor gab es reichlich Neuschnee, was den Aufstieg noch herausfordernder machte.
Der Aufstieg ist kräftezehrend, aber auch faszinierend. Unter uns breitet sich eine Landschaft aus, wie aus einem Traum: glitzernde Gletscher, tiefblaue Seen und dichte, grüne Wälder, so weit das Auge reicht. Doch unser Blick zieht es immer wieder nach oben – zum Kraterrand, unserem Ziel.



Desto höher man kam, desto beeindruckender war der Ausblick. Doch gleichzeitig wurde der Geruch nach Schwefel intensiver. Die letzten Höhenmeter konnten nur mit Atemschutzmaske bewältigt werden, was den Anstieg zusätzlich herausfordernd machte.
Der Schwefelgeruch wird mit jedem Meter intensiver. Noch eine letzte steile Passage, dann stehen wir plötzlich am Kraterrand – und es verschlägt uns den Atem, im doppelten Sinn. Vor uns brodelt es. Ein leuchtendes, pulsierendes Rot aus dem Inneren der Erde. Lava zischt, Dampf steigt auf, und der Wind trägt das Grollen aus der Tiefe zu uns hinauf.
Die Möglichkeit, in den Krater zu blicken, ist ein einmaliges Erlebnis.



Der Abstieg – rasant. Auf dem Hosenboden durch die Schneerinnen rutschen wir zurück ins Tal – knapp 800 Höhenmeter bis zur Schneegrenze! Lachen, Staunen und ein bisschen Erschöpfung mischen sich. Aber vor allem bleibt ein Gefühl: Das war eines der größten Abenteuer meines Lebens.
Als Mitbringsel hatte ich einen Muskelkater, Sonnenbrand im Gesicht, einmalige Videos und Fotos und ganz viele Erinnerungen.
Ich freue mich über eure Anregungen und Fragen!